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<title>Tropaeum Traiani</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Tropaeum Traiani</span></h1>
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<div id="mw-content-text" class="mw-body-content mw-content-ltr" lang="de" dir="ltr"><div class="mw-content-ltr mw-parser-output" lang="de" dir="ltr"><p>Das römische Siegesdenkmal von <a href="Adamklissi" class="mw-redirect" title="Adamklissi">Adamklissi</a> oder <b>Tropaeum Traiani</b> liegt in der <a href="Dobrudscha" title="Dobrudscha">Dobrudscha</a> im heutigen <a href="Rum%C3%A4nien" title="Rumänien">Rumänien</a>, nahe einem antiken Ort, der wie das <a href="Monument" class="mw-redirect" title="Monument">Monument</a> Tropaeum Traiani hieß (später Adamklissi). Das Tropaeum Traiani wurde, wie aus der zum Bau gehörigen Inschrift hervorgeht, dem <a href="Mars_(Mythologie)" title="Mars (Mythologie)">Mars Ultor</a> geweiht und 108/109 n. Chr. erbaut, es stammt also aus der Zeit Kaiser <a href="Trajan" title="Trajan">Trajans</a> und steht im Zusammenhang mit den kriegerischen Auseinandersetzungen zwischen dem <a href="R%C3%B6misches_Reich" title="Römisches Reich">römischen Reich</a> und den <a href="Daker" title="Daker">Dakern</a>.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Ursprünglicher_Bau"><span id="Urspr.C3.BCnglicher_Bau"></span>Ursprünglicher Bau</h2></div>
<p>Der ursprüngliche Aufbau des <a href="Tropaion" title="Tropaion">Tropaeums</a> wird folgendermaßen rekonstruiert: Auf einem siebenstufigen, kreisrunden Treppenaufgang erhob sich ein großer <a href="Zylinder_(Geometrie)" title="Zylinder (Geometrie)">Zylinder</a>, darüber stand ein <a href="Kegel_(Geometrie)" title="Kegel (Geometrie)">Kegelstumpf</a>, der mit Schuppenziegeln gedeckt war. Darüber befanden sich übereinander zwei sechseckige <a href="Prisma_(Geometrie)" title="Prisma (Geometrie)">Prismen</a>, die als Basis für die Statue des eigentlichen, 4,75 m hohen Tropaeums dienten. Die gesamte Höhe des Baus lag bei etwa 40 m, etwa genauso groß war auch der Durchmesser an der Basis.
</p><p>Der ganze Bau trug reichen <a href="Skulptur" title="Skulptur">Skulpturenschmuck</a>, von dem noch heute ein beträchtlicher Teil vorhanden ist, so dass man rekonstruieren kann, wo welche Stücke wahrscheinlich platziert waren. Die untere Hälfte des „Zylinders“ war unverziert und bestand nur aus sechs Reihen von behauenen <a href="Quader" title="Quader">Quadersteinen</a>. Die obere Hälfte hingegen bestand aus zwei umlaufenden <a href="Fries" title="Fries">Friesen</a> und einem <a href="Metope_(Architektur)" title="Metope (Architektur)">Metopenband</a>. Beide Friese bestanden ursprünglich wahrscheinlich aus jeweils 56 Platten von je ca. 1,76 m Länge, was eine Gesamtlänge von etwa 98 m je Fries ergibt. Der untere Fries besteht aus <a href="Akanthus_(Ornament)" title="Akanthus (Ornament)">Akanthusranken</a>, die oben und unten von je einem Oliven- und Linsenstab eingefasst sind; dazwischen sind Vögel dargestellt. Der obere Fries besteht aus einer Doppelspirale, die von einer Blätterverzierung (Palmblätter?) umgeben ist. Dazwischen erstreckte sich das Metopenband mit 54 Metopenplatten mit Maßen von etwa 1,58 m Höhe und 1,16 m Breite, die durch ebenso viele <a href="Pilaster" title="Pilaster">Pilaster</a> bzw. Halbpfeiler voneinander getrennt wurden. Diese Pilaster sind entweder mit senkrechten Rankenornamenten oder mit <a href="Kannelierung" title="Kannelierung">Kanneluren</a> versehen. Der Inhalt der heute noch 49 erhaltenen Metopen sind Szenen aus dem Krieg zwischen Römern und Dakern. Man sieht römische gepanzerte Reiter mit Lanzen, Kampfszenen zwischen Römern und <a href="Barbar" title="Barbar">Barbaren</a>, dakische Flüchtlinge und Gefangene in Ketten in Begleitung von siegreichen römischen Soldaten.
</p><p>Über dem oberen Fries folgte ein <a href="Gesims" title="Gesims">Gesims</a>, auf dem der sogenannte Zinnenattikus saß. Dieser bestand abwechselnd aus Zinnen- und Brüstungsquadern. Die jeweils ca. 1,56 m × 1,10 m großen 25 Zinnen zeigen jeweils einen Gefangenen, der an einen Baum gefesselt ist. Auf Grund der Bekleidung und anderer Merkmale dieser Figuren ist ersichtlich, dass hier drei verschiedene <a href="Ethnizit%C3%A4t" title="Ethnizität">Ethnizitäten</a> von Barbaren dargestellt sind. Aber welchen Völkern sie genau zugeordnet werden können, ist schwierig zu beantworten. Auf jeden Fall ist klar, dass es entweder Daker selbst oder Völker beziehungsweise Stämme sind, die in Verbindung zu den Dakern und den Dakerkriegen standen. Zwischen den Zinnen waren die ca. 0,91 m hohen Brüstungsquader angeordnet. Diese waren lediglich mit geometrischen Mustern, nämlich Kreisen, <a href="Raute" title="Raute">Rauten</a> und <a href="Rosette_(Ornament)" title="Rosette (Ornament)">Rosetten</a>, verziert. Bei jeder zweiten Brüstung befand sich ein Löwe, der zum Abfluss des Wassers vom Dach diente.
</p><p>An der „Spitze“ des Daches, das mit über tausend schuppenförmigen Steinplatten gedeckt war, erhob sich der Unterbau für das eigentliche Tropaeum, bestehend aus zwei sechseckigen Prismen. Beide Prismen waren an ihren Außenflächen unverziert, nur die senkrechten Kanten waren in Form von Pilastern mit stilisierten korinthischen <a href="Kapitell" title="Kapitell">Kapitellen</a> ausgearbeitet. Lediglich an einer Außenfläche war vermutlich die Platte mit der Bauinschrift angebracht. Den oberen Abschluss der Prismen bildete ein Fries mit in Stein gehauenen Waffen: Speere, Lanzen, Schwerter etc.
</p><p>Darüber erhob sich die Tropaeumsskulptur mit einer Gesamthöhe von ca. 4,75 m. Sie entspricht der typischen Darstellungsweise eines Tropaeums der römischen Kaiserzeit. Das Tropaeum trug die Bekleidung und Bewaffnung eines römischen Soldaten. Auf den Schilden rechts und links waren Köpfe von <a href="Medusa" title="Medusa">Medusen</a> abgebildet und dahinter, heute verlorene, Lanzen. Der Brustpanzer der Statue war reich verziert mit Akanthusranken, einem Reiter im Galopp, einem Adler mit ausgebreiteten Schwingen und einem Schwert mit Scheide. Zu Füßen des Tropaeums waren drei Gefangene dargestellt: zwei liegende Frauen und ein stehender Mann mit auf den Rücken gefesselten Händen.
</p><p>Nach Rekonstruktionsmodellen wurde 1977 eine <a href="Nachbildung" title="Nachbildung">Nachbildung</a> des Tropaeum Traiani an gleichem Ort aufgestellt.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Neuzeit_und_Rezeption">Neuzeit und Rezeption</h2></div>
<p>Von der Antike bis in die heutige Zeit waren der Kernbau des Tropaeum Traiani aus einer Stein- und Mörtelmasse und die Basis aus sieben Treppenreihen und dem unteren Umgang an ihrem ursprünglichen Standort erhalten. Daneben steht heute ein Modell des Tropaeum Traiani im Maßstab 1:20, die zahlreich erhaltenen Metopen und Pilaster sind in einer zyklischen Reihenfolge aufgestellt als Versuch, die Darstellungen in ihren ursprünglichen Beziehungen wiederzugeben.
</p><p>Weitere Monumente, die sich in der Nähe des Tropaeum Traiani befinden und in gewissem Bezug zu ihm stehen, sind die Reste eines <a href="Mausoleum" title="Mausoleum">Mausoleums</a> für einen auf dem Schlachtfeld gefallenen römischen Heerführer und ein Altar mit Inschrift, in der Soldaten genannt werden.
</p><p>Auf der Basis verschiedener Rekonstruktionsmodelle wurde 1977 eine <a href="Nachbildung" title="Nachbildung">Replika</a> am gleichen Platz hergestellt.
</p><p>Die Bauinschrift des Tropaeum Traiani könnte eine der Inschriften des 1926–1928 während des <a href="Italienischer_Faschismus" title="Italienischer Faschismus">italienischen Faschismus</a> in <a href="Bozen" title="Bozen">Bozen</a> von <a href="Marcello_Piacentini" title="Marcello Piacentini">Marcello Piacentini</a> errichteten <a href="Siegesdenkmal_(Bozen)" title="Siegesdenkmal (Bozen)">Siegesdenkmals</a> inspiriert haben.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Florea Bobu Florescu: <i>Das Siegesdenkmal von Adamklissi. Tropaeum Traiani</i>. Akademieverlag, Bukarest 1965.</li>
<li><a href="Wilhelm_J%C3%A4necke" title="Wilhelm Jänecke">Wilhelm Jänecke</a>: <i>Die ursprüngliche Gestalt des Tropaion von Adamklissi</i>. Winter, Heidelberg 1919.</li>
<li>Adrian V. Rădulescu: <i>Das Siegesdenkmal von Adamklissi</i>. Konstanza 1972.</li>
<li><a href="Ian_Archibald_Richmond" title="Ian Archibald Richmond">Ian Archibald Richmond</a>: <i>Adamklissi</i>. In: <i>Papers of the British School at Rome</i> 35, 1967, S. 29–39.</li>
<li>Lino Rossi: <i>A Synoptic Outlook of Adamklissi Metopes and Trajan’s Column Frieze. Factual and Fanciful Topics Revisited</i>. In: <i>Athenaeum</i> 85, 1997, S. 471–486.</li>
<li>Grigore Tocilesco, <a href="Otto_Benndorf" title="Otto Benndorf">Otto Benndorf</a> und <a href="George_Niemann" title="George Niemann">George Niemann</a>: <i>Das Monument von Adamklissi, Tropaeum Traiani</i>.</li>
<li>Polly Lohmann (Hrsg.): <i>Archäologie und Politik. Die zwei Geschichten des Tropaeum Traiani zwischen Heidelberg und Adamklissi.</i> Propylaeum-E-books, 2021 <a href="Digital_Object_Identifier" title="Digital Object Identifier">doi</a>:<span class="uri-handle" style="white-space:nowrap"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://doi.org/10.11588/propylaeum.739">10.11588/propylaeum.739</a></span>.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">Elvira Migliario, <a href="Hannes_Obermair" title="Hannes Obermair">Hannes Obermair</a>: <cite style="font-style:italic">Roma sulle sponde del Talvera</cite>. In: Elvira Migliario, Gianni Santucci (Hrsg.): <cite style="font-style:italic">«Noi figli di Roma». Fascismo e mito della romanità</cite> (= <cite style="font-style:italic">Quaderni di Storia</cite>). Le Monnier-Mondadori, Milano 2022, ISBN 978-88-00-86287-5, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>135–159, hier: S. 137</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Abook&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Tropaeum+Traiani&rft.atitle=Roma+sulle+sponde+del+Talvera&rft.au=Elvira+Migliario%2C+Hannes+Obermair&rft.btitle=%C2%ABNoi+figli+di+Roma%C2%BB.+Fascismo+e+mito+della+romanit%C3%A0&rft.date=2022&rft.genre=book&rft.isbn=9788800862875&rft.pages=135-159%2C+hier%3A+S.+137&rft.place=Milano&rft.pub=Le+Monnier-Mondadori&rft.series=Quaderni+di+Storia" style="display:none"> </span></span>
</li>
</ol>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Tropaeum_Traiani?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Tropaeum Traiani</a></span></b> – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<p><span class="geo noexcerpt" style="display:none"><span class="body"></span><span class="latitude">44.101916666667</span><span class="longitude">27.955083333333</span><span class="elevation"></span></span><span id="coordinates" class="coordinates -print"><span title="Koordinatensystem WGS84">Koordinaten: </span><a class="external text" href="geo:44.101916666667,27.955083333333"><span title="Breitengrad">44° 6′ 6,9″ <abbr title="Nord">N</abbr></span>, <span title="Längengrad">27° 57′ 18,3″ <abbr title="Ost">O</abbr></span></a></span>
</p>
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Normdaten (Geografikum): <a href="Gemeinsame_Normdatei" title="Gemeinsame Normdatei">GND</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://d-nb.info/gnd/4212123-1">4212123-1</a></span> | <a href="Virtual_International_Authority_File" title="Virtual International Authority File">VIAF</a>: <span class="-print"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://viaf.org/viaf/239514688/">239514688</a></span> </div>
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